Photovoltaikanlage und Steuer
Umsatzsteuer, Vorsteuer, Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer, Gewerbesteuer - und nun?

Steuern, die auf eine Photovoltaikanlage erhoben werden (können)

  • Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer
  • Einkommenssteuer
  • Gewerbesteuer 

Welche Steuer und in welcher Höhe die Steuer gezahlt werden muss, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der Größe der Photovoltaikanlage, Nutzung eines Speichers,  der unternehmerischen Tätigkeit des Solaranlagen-Betreibers. 

 


 

Photovoltaik und Umsatzsteuer

Betreiber einer Photovoltaikanlage müssen ihre Photovoltaikanlage dem Finanzamt melden, denn sie unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer, wenn sie den erzeugten Strom ganz oder teilweise, regelmäßig und nicht nur gelegentlich in das Stromnetz einspeisen, sog. Regelbesteuerung (5 Jahre Bindungsfrist). Außerdem sind Photovoltaikanlgenbetreiber unternehmerisch tätig, sobald sie den Strom an andere liefern und dafür Geld erhalten, wie es beim Verkauf des Stroms an den Energieversorger der Fall ist. Aber auch für den selbst verbrauchten Strom wird die Umsatzsteuer in Höhe von 19% fällig. Das bedeutet, der Betreiber der Solaranlage muss die 19% Mehrwertsteuer, die er vom Energieversorger auf seine Stromerträge erhält, wieder beim Finanzamt abführen. Im Gegenzug erhält der Betreiber die gezahlte Umsatzsteuer der Photovoltaikanlage erstattet

Ausnahme: Kleinunternehmerregelung
Von der Pflicht einer monatlichen bzw. vierteljährlichen Umsatzsteuererklärung können sich die Betreiber befreien lassen, wenn der Umsatz (nicht der Gewinn) im laufenden Kalenderjahr 50,000,00 EUR nicht übersteigen wird und im Vorjahr unter 22.000,00 EUR lag. Diese Ausnahme nennt sich Kleinunternehmerregelung. Die Kleinunternehmerregelung ist 5 Jahre bindend. 

Besonderheit Speicher: Wird mit der Photovoltaikanlage zugleich ein Speicher erworben, wird die Umsatzsteuer für den Speicher erstattet. Wird der Speicher später erworben, ist es nicht sicher, ob die Umsatzsteuer für den Speicher erstattet wird. Das Finanzamt sieht den Speicher nur als Zuordnungsobjekt. Das Finanzamt sieht den Erwerb nicht als gewerblichen Betrieb. Damit ist kein Vorsteuerabzug möglich. 

Besonderheit Inselsystem: Wer seine Photovoltaikanlage nicht an das öffentliche Stromnetz anschließt, kann seinen Strom nicht verkaufen. 

 

Umsatzsteuerliche Berücksichtigung beim Eigenverbrauch des Solarstroms

Auf den Photovoltaik-Eigenverbrauch ist Umsatzsteuer zu zahlen. Doch wie hoch ist der Eigenverbrauch? 

Das Finanzamt bietet drei Möglichkeiten für die Ermittlung der Höhe des Eigenverbrauchs: 

1. Pauschale Ermittlung des Eigenverbrauchs
Die Finanzämter erlauben es, für den Eigenverbrauch pauschal 20 Cent / kWh bei der Gewinnermittlung anzusetzen
(Beim Eigenverbrauch 3000 kWh x 0,20 EUR/kWh ergeben 600,00 EUR zu versteuernder Eigenverbrauch - also 600,00 EUR x 19% MwSt = 114,00 EUR Steuern)

2. Ermittlung des Eigenverbrauchs anhand der Wiederbeschaffungskosten 
(Beim Eigenverbrauch 3000 kWh x 0,30 EUR/kWh vom Netzbetreiber ergeben 900,00 EUR zu versteuernder Eigenverbrauch - somit 900,00 EUR x 19% MwSt = 171,00 EUR Steuern)

3. Eigenverbrauch mittels Herstellungskosten ermitteln
Ermittlung des zu versteuerndes Eigenvebrauchs mit Hilfe der Betriebsausgaben wie Abschreibung, Zinsen etc. multipliziert mit dem Anteil des Eigenverbrauchs (z. B. 30%)

Der Eigenverbrauch kann anhand von Monitoring-Systemen oder mit Werten aus dem Wechselrichter nachgewiesen werden.

 


 

Photovoltaik und Einkommenssteuer

Auf die Erträge aus der Photovoltaikanlage wird Einkommenssteuer fällig, wenn über die Laufzeit von 20 Jahren die Erträge aus der Photovoltaikanlage höher sind als die Kosten. 

Typische Ausgaben sind in der Regel die Anschaffungskosten und die laufenden Betriebskosten. Die meisten Photovoltaikanlagen erwirtschaften einen Gewinn, der versteuert werden muss. Die Einnahme-Überschuss-Rechnung wird dem Finanzamt übermittelt. Das Finanzamt ermittelt daraus die Einkommenssteuer anhand des persönlichen Einkommenssteuersatzes (und der persönlichen Einkommensverhältnisse), der von der Höhe auch von sonstigen Einkünften abhängt. 

Ausnahme: Keine Einkommenssteuer auf PV-Anlagen bis 10 kWp (Liebhaberei)
Nach dem Schreiben vom Bundesfinanzministerium vom 02.06.2021 können sich Betreiber von  Photovoltaikanlagen kleiner 10 kWp auf Antrag unbürokratisch von der Einkommenssteuer befreien lassen:

Voraussetzungen: 

  • PV-Anlage ist auf einem privat genutzen Wohngebäude oder Außenanlage (wie Garage)
  • PV-Anlage wurde nach dem 31.12.2003 in Betrieb genommen
     

 

Photovoltaik und Gewerbesteuer

Beim Betreiben der Photovoltaikanlage wird der Strom, der nicht selbst genutzt wird, in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Da der Strom an den Netzbetreiber verkauft wird, liegt eine unternehmerische Tätigkeit vor. Es muss aber meist kein Gewerbe angemeldet werden. 

Besonderheit für Photovoltaikanlagen unter 10 kWp
PV-Anlagen unter 10 kW Leistung sind seit 2020 von der Gewerbesteuer befreit. Diese Regelung gilt gemäß § 3 GewStG rückwirkend bis 2019. In diesem Zusammenhang entfällt die Gewerbeanmeldung. 

Erst ab einem Überschuss von jährlich  mehr als 24.500,00 EUR besteht die Pflicht, eine PV-Anlage anzumelden. 

 


 

Abschreibung einer PV-Anlage

Die steuerliche Abschreibung von Photovoltaikanlagen ist eine der wichtigsten Kostenposition. Sie wird gemäß der AfA-Tabelle für allgemeinverwendbare Anlagegüter (AV) in einem Zeitraum von 20 Jahren linear abgeschrieben. Das bedeutet, dass jedes Jahr 5% der Anschaffungskosten abgeschrieben werden, d. h. das zu versteuernde Einkommen wird reduziert.

"Afa" = Absetzung für Abnutzung = Abschreibung

Besonderheit: Nachrüstung des Stromspeichers
Abschreibungszeitraum beträgt 10 Jahre 

Stand: September 2021 

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